ZUKUNFTS-IMPULSE

vom erfolgreichen  Zukunftscoach und Mr. Future 

SVEN GABOR JANSZKY

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Zukunftsthemen, Denkanstöße und Innovationsfortschritt

Bullshitting – Kunst der Übertreibungen

 
Herzlich willkommen zu einem neuen Thema hier in meinem Blog. Heute geht es um  

eine Erfolgsregel für alle, deren Zukunftsbild es ist, sich selbstständig zu machenein Startup zu gründen oder als Speaker auf die großen Bühnen zu gehen. All diejenigen haben ein Erfolgsrezept und ein Gegenrezept. Und das soll heute das Thema in meinem Blog sein. 

 

Was ist Bullshitting? 

 

Aber Schritt für Schritt, eins nach dem anderen. Weißt Du, was Bullshitting ist? Also was bedeutet Bullshitting im Englischen? Es bedeutet Übertreibung, etwas Ausschmücken. Auf Deutsch würde man vielleicht sagen: Seemannsgarn oder Anglerlatein. Und im Marketing sagt man: PR. Also keine Lügen, aber ein Dehnen der Fakten bis zur äußersten Grenze.  

 

Ich gebe Dir ein Beispiel: Es gibt sehr viele Coaches, die erzählen: Mein Honorar als Speaker ist 40 000 oder mindestens 25 000 Euro. Und ich halte mindestens 200 Reden pro Jahr.“ Also jetzt kann man einfach rechnen25000 Euro mal 200 Reden pro Jahr. Der Eindruck ist - da entsteht fünf Millionen Euro Umsatz.  

 

Die Wahrheit ist: Wahrscheinlich sind diese 25 000 genau einmal bezahlt worden, weil es eine Reihe von fünf Reden war. Und eigentlich kostet jede Rede irgendwie nur 5000. Und von den 200 Reden pro Jahr sind auch nur 50 bezahlt und der Rest, die 150, sind dann irgendwelche kostenlosen Vorträge im Internet oder bei "Lions Clubs" oder "Rotary" und so weiter. Das ist ehrlicherweise normal in unserer Branche. Ja, also wohlgemerkt, es ist keine Lüge. Also die 25000 wurden schon mal irgendwo gezahlt und die 200 Reden im Jahr sind auch richtig, nur sind sie eben nicht alle bezahlt. 

 

Also es werden die Fakten so weit gedehnt, dass ein positiverer, ein besserer Eindruck entsteht. Das nennt man Bullshitting im Englischen.  

 

Ein Bullshitting gehört in vielen Branchen zur Normalität. Gerade bei den Startups - es muss sein. Es gehört zu den Spielregeln in vielen Branchen und wahrscheinlich in der Branche, für die Du Dich entscheidest. Oder in dem Arbeitsfeld, für das Du Dich entscheidest, wenn Du Dein eigenes Zukunfts-ICH entwickelst. Ganz besonders ist dieses Bullshitting unter uns Speakern und Trainern verbreitet. 

 

Also ich gebe Dir nochmal ein Beispiel, damit Du siehst, dass es gar nicht so schlimm ist. Das ist völlig normal. Man behauptet einfach Dinge, die eine Wahrheit drin haben, aber die auch gar nicht so richtig nachprüfbar sind. Als ich vor 20 Jahren mein Zukunftsforschungsinstitut gegründet habe, habe ich damals den Slogan drübergeschrieben: "Deutschlands innovativste Denkfabrik". Ich wollte mich einfach im Vergleich zu all den anderen, die es da in der Branche der Zukunftsforscher gibt, eben als der innovativste hinstellen. Innovativ ist etwas, was gut klingt, aber nicht nachprüfbar ist. 

 

Am Anfang eines Weges nimmt man meistens solche kleinen Übertreibungen, die sein könnten, aber nicht nachprüfbar sind. Später im Laufe der Zeit organisiert man sich selbst solche Superlative. 

 

Wenn Du einen Podcast startest, stellst Du, sagen wir mal, fünf Folgen gleichzeitig online. Und an diesem Tag, wo Du das machst, rufst Du alle deine Freunde an, schreibst den ganzen Tag irgendwelche E-Mails und Social Media-Nachrichten. Und weil alle irgendwie an diesem ersten Tag so drauf gehen, schießt dieser Podcast in den Charts auf Platz eins, wenn es gut geht, oder zweiter oder dritter. Also jedenfalls in die Top Drei der Charts. Aber natürlich nur für einen Tag. Aber dieser Screenshot: "Ich bin unter den Top Drei" oder „Wir haben einen der tollsten Podcasts"-, den Du an diesem einen Tag machst, steht über mehrere Jahre auf deiner Webseite. Das ist eine kleine Art von Bullshitting. 

 

Plastiktüten Udo 

 

Übrigens dieses Bullshitting wurde nicht durch Speaker oder Social Media erfunden. Früher gab's das auch schon. Ich erinnere mich sehr gern an Gespräche mit einem Menschen, mit dem ich früher sehr viel zu tun hatte. Tim Renner heißt er, der damalige CEO von Universal Music. Also bevor diese ganze MP3-, Internet- und Streaming-Geschichte anfing, gab es ja große Major-Labels für CDs und Schallplatten und eines der größten war Universal Music. Und Tim Renner war der Deutschland-Chef. Damals auf meinem allerersten Zukunftskongress habe ich ihm den Innovator Award verliehen. Deshalb kennen wir uns ganz gut. Und der hat in den letzten Jahren ein tolles Buch geschrieben, wo er die Vor Social Media Geschichte von Bullshitting beschreibt. 

 

Und diese Geschichte hat den Titel: "Das ist Plastiktüten Udo". Plastiktüten Udo war ein Mensch, der hieß Udo. Der fuhr von Stadt zu Stadt und hatte Plastiktüten dabei. Was machte er mit diesen Plastiktüten? Immer wenn er in eine Stadt kam, ging der in alle Musikläden. Also damals gab's ja noch so Läden, wo man Schallplatten und CDs kaufen konnte. Er kaufte sich jeweils die neueste Schallplatte von irgendeiner Musikband, von der er gerade beauftragt wurde. Warum? Weil es so etwas wie die Hitparade und die Verkaufscharts gab. Und diejenigen Bands, die kurz nach Veröffentlichung ihrer CD oder ihrer Schallplatte ganz viel gekauft wurden, die schossen auf Platz eins der Charts. Und wer auf Platz eins der Charts war, den haben in der zweiten und dritten Woche dann alle gekauft.  

 

Also der Job von Plastiktüten Udo war jeden Tag mit dem Zug von einer Stadt in die nächste zu fahren und von den Bands, die ihn beauftragt hatten, diese CDs zusammen zu kaufen. Und er hat die natürlich danach weggeschmissen.  Das war das Bullshitting der alten Zeit, wenn man so will. 

 

Hermann Scherer und seine Bullshitting-Strategie 

 

Kommen wir wieder in die neue Zeit. Ihr kennt möglicherweise Hermann Scherer, einer der besten Speaker, ein sehr guter Kollege von mir. Der macht alle zwei Monate einen neuen Weltrekord. Wie macht er das? Der hat sich auf Speaker-Slams spezialisiert. Also der lädt auf seine Veranstaltungen Menschen ein, die gern Redner werden möchten und sagt denen: Hier ist die Bühne für eine ganze Nacht. Jeder kann eine Rede halten.“ Und dann macht er, sagen wir mal bei 75 Rednern in einem Speaker-Slam, Weltrekord. 75 Redner, so viel auf einer Bühne hat es noch nie gegeben. In zwei Monaten macht der 76, in drei Monaten 77 und so weiter und so fort. Also er produziert sozusagen Weltrekorde. Also nicht nur er, sondern die Menschen, die da auf der Bühne stehen, produzieren Weltrekorde. Die stehen auch wirklich im Guinnessbuch der Rekorde.  

 

Und was passiert dann, wenn so ein Weltrekord, so ein Superlativ produziert wurde? Dann fahren diese 75 Menschen nach Hause, gehen zu ihrer Lokalzeitung und sagen: Ich war hier Teilnehmer beim Speaker-Slam und wir haben ein Weltrekord gemacht.“ Und was schreibt die Lokalzeitung? Sie berichten: Paul Müller aus "Niederduddeleben" ist Speaker-Weltrekordler und machen ein schönes Interview mit Paul Müller. 

 

David gegen Goliath-Methode 

 

Und dann steht auf der Website von Paul Müller der Zeitungsartikel: Die Medien haben berichtet - Ich bin Weltrekordler. Auf diese Weise ist es Bullshitting. Das Wort klingt schon ein bisschen negativ, aber es ist etwas völlig Normales. Es gehörte dazu. Es ist nicht schlimm. Ihr müsst das sogar machen, wenn euer Zukunftsbild eines ist, was irgendetwas mit Speakern oder Coaches oder Trainern etwas zu tun hat. Und ihr müsst das auch machen, wenn ihr irgendwie in der Startup Szene seid. Oder irgendwie als Angreifer in eine Branche kommt, in der schon so viele Etablierte drin sind. Also sozusagen David gegen Goliath. Ein großes Motto, eine ganz klare Strategie des Davids gegen Goliath ist, sich ein bisschen größer zu machen. Also Bullshitting zu betreiben. 

 

Ich gebe Dir noch ein Beispiel. Ich habe mal Kell Ryan kennengelernt. Also Michael heißt der richtig, abgekürzt Kell Ryan. Er ist einer der Brüder, die Ryanair gegründet haben und wir haben damals viel miteinander gesprochen. Ich habe damals ein Buch über Rulebreaker geschrieben, habe viele Interviews mit ihm gemacht, wir haben uns ein paar Mal getroffen, auch gemeinsam mal investiert. Und er hat mir dann erzählt, wie sie Ryanair in diesem völlig verteilten Airline Markt positioniert haben. 

 

Also wo alle anderen gesagt haben: „Unter Lufthansa und British Airways ist alles komplett verteilt, da ist überhaupt kein Platz mehr für einen neuen Fluganbieter“, haben die Brüder diese "David gegen Goliath"- Methode angewendet. Und ein großer Teil dieser Methode war: sie haben einen charismatischen CEO gehabt. Vielleicht hast Du von dem schon mal gehört, Michael O'Leary. Und der hat ständig in den Medien gepoltert: Fliegen zum Taxi Preis! Die anderen machen das viel zu teuer. Und jeder, der das nicht zum Taxi Preis macht, der ist ein Geldschneider.  

 

Ich habe den Kell Ryan gefragt, ob dieser polternde CEO Zufall ist oder ob das Strategie ist. Und dann hat er mir gesagt: Natürlich ist es eine Strategie, aber zugleich habe ich eine Gegenstrategie. Kell Ryan sagte damals, ich glaube, nahezu wörtlich: don't want to work in the company with beliefs its own bullshit. Also ich möchte nicht in einem Unternehmen arbeiten, was seinen eigenen Bullshit glaubt. Und diesen Satz werde ich nie in meinem Leben vergessen, weil er nämlich die Guten von den Schlechten unterscheidet. Ich erkläre Dir, was ich meine. 

 

Don't believe your own bullshit! 

 

Ich hatte mal einen Mitarbeiter, Zukunftsforscher, der gute Zukunftsstudien geschrieben und die Zukunftsforschung studiert hat. Junger Typ, dynamisch, gutaussehend, klug, alles super. Und dann habe ich ihn gefragt: Warum hältst Du nicht Vorträge? Immer wenn ich eine Anfrage kriege, aber die Kunden nicht mein Budget bezahlen wollen, also sozusagen ihr Budget kleiner ist als mein Honorar, dann könnten wir Dich schicken." Und das hat echt wirklich großartig funktioniert. Und auch er war richtig gut. Er hat sich schnell ein Standing als Speaker erarbeitet, hat wirklich gute Vorträge gehalten, hat sogar eigene Fans bekommen. Also alles war wirklich toll 

 

Und dann passiert etwas Interessantes. Der bekam plötzlich Feedbacks von seinen Zuhörern. Die sagten sowas wieDie beste Rede, die ich jemals gehört.“ oder Tolle Performance." Und dann gab's Applaus von 1 000 Menschen, die da bei dieser Rede saßen. Und ich sag Dir, wenn Du auf der Bühne stehst und Applaus von Tausend Menschen bekommst, das macht süchtig. Wer jemals Standing Ovations in einem vollen Saal bekommen hat, der will das wiederhaben. 

 

Also zur Wahrheit gehört dazu, man bekommt als Speaker und als Coach meistens nur das gute Feedback. Denn die, denen es nicht gefallen hat, schreiben in der Regel nicht. Man bekommt nur das gute Feedback und das nutzt man natürlich wieder für seine eigene Promotion, also für sein Bullshitting. Ja, muss man machen. Hat auch er gemacht. Und jetzt kommt der Punkt. 

 

Plötzlich dachte er: Ich bin so gut, ich will nur noch Reden halten. Also der kam zu mir und sagte: Ich will keine Studien mehr schreiben. Ich halte Reden. Das ist meine Berufung. Der wollte sich feiern lassen. Der hielt sich irgendwann für was Besseres als einen Studienschreiber. Du kannst Dir das vorstellen, diese Geschichte hat natürlich kein Happy End. Wir haben uns dann relativ schnell getrennt, weil es nicht geht, keine Inhalte, keinen Content, keinen wertvollen Nutzen zu produzieren, sondern einfach nur sich zu produzieren. Das geht einfach nicht. Aber was ist die Moral von der Geschichte? Was will ich Dir damit eigentlich sagen? 

 

Die Moral von der Geschichte ist: Don't believe your own bullshit.“ Du darfst deinen eigenen Bullshit nicht glauben. Du musst ihn machen. Du musst ihn produzieren, das gehört in deiner Branche dazu. Du darfst aber selbst nicht daran glauben. Die Erfolgreichen in all den Branchen, die ich genannt habe, die haben alle ihre eigenen Bullshitting-Strategien. Das machen die wirklich richtig gut. Die sind Weltmeister im Marketing. Aber sie haben zugleich eine Gegenstrategie, eine Strategie, mit der sie sich selbst erden und sozusagen mit Demut auf ihre eigene Entwicklung schauen. 

 

So habe ich letzte Woche ein Feedback bekommen. Da schreibt eine tolle Frau, Coachee bei mir: Lieber Sven, danke Dir für Dein Input. Ich habe ein Zukunfts-ICH entwickelt. Deine Gedanken und Dein Zukunftswissen haben mir sehr geholfen, eine grobe Orientierung für meine Vision zu finden. In einem Jahr werde ich auf einer besonderen Insel auf den Azoren leben wollen und ich werde für meine Kunden im Social Media Bereich arbeiten. Ich wechsle also vom klassischen Vertrieb zu den digitalen Nomaden. Und parallel in meiner Freizeit, wenn ich die Sprache beherrsche, will ich in den nächsten fünf Jahren, also ungefähr bis 2025, dort ein Startup gründen, ein Retreat für Körper, Geist, Seele, eine Wachstumsschule und ein Geschäftsmodell aufbauen. Egal wie, ich werde Dich in meinem Leben auf meinem Zukunftsweg auf jeden Fall brauchen. Danke Dir von ganzem Herzen.  

 

Wenn Du sowas kriegst, das geht natürlich runter wie ÖlUnd der Gedanke liegt nahe zu denken: Man, was für ein toller Hecht Du bist. Also einem Menschen geholfen zu haben, sein Zukunfts-ICH zu entdecken und sein Leben in die Hand zu nehmen und einen Neustart zu machen, das ist richtig befriedigend. Natürlich werde ich das irgendwann mal, vielleicht ein bisschen gekürzt, auf meine Website packen. Um anderen zu zeigen, was möglich ist. Und um zu sagen: Der Janszky hat wieder mal abgeliefert, was er versprochen hat. Es ist gut. So muss man das machen. Das ist Bullshit.  

 

Aber an dieser Stelle drehen die einen durch und sagen: Ich bin hier der Größte", und die anderen treten einen Schritt zurück und sagen: Ich habe ja nur einen Online-Kurs angeboten und einen Blog, ein paar Live-Seminare, zur Motivation. Den Rest hat diese tolle Frau gemacht. Die startet gerade durch. Was für eine kraftvolle Frau. Und ich bin wirklich stolz, dass ich mit ihr arbeiten darf." 

 

Don't believe your own bullshit. Was ich Dir sagen will: zu jeder Sichtbarkeit-Strategie gehört aus meiner Sicht eine Demut-Strategie. Auch die ist übrigens Teil der Schritte „Auf dem Weg zum Zukunfts-ICH, die wir in diesem Online-Kurs machen 

 

Das war der Gedanke, den ich Dir heute mitgeben wollte. Du brauchst Bullshitting. Aber zu jeder Bullshitting-Strategie gehört eine Demut-Strategie.  

 

Ich will jetzt gar nicht so pathetisch sagen. Ich wünsche Dir einfach eine wunderbare Woche. Und wenn wir uns nächste Woche hier wiedersehen, dann fände ich es aber schön, wenn Du mir sagen könntest, welches Bullshitting Du für Deinen Weg zum Zukunfts-ICH brauchst, aber zugleich auch, was Du tust, um Dich selbst nicht so wichtig zu nehmen, um Dir selbst Dein Bullshitting nicht zu glauben.  

 

Bis dahin wünsche ich Dir eine mega große Zukunft. 

 

 

Datum der Veröffentlichung 19.05.2021 #ZukunftdesTag


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