ZUKUNFTS-IMPULSE

vom erfolgreichen  Zukunftscoach und Mr. Future 

SVEN GABOR JANSZKY

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Zukunftsthemen, Denkanstöße und Innovationsfortschritt

Vergebung – Die vergessene Zukunftskompetenz

 

Herzlich willkommen, es ist wieder Zeit für einen neuen Zukunftsimpuls. Ich freue mich sehr, dass Du heute wieder hier in meinem Blog dabei bist und ich möchte Dir einen Impuls für Deine Zukunft geben, der vielleicht ein bisschen philosophisch angehaucht ist. Ich nenne es die vergessene Zukunftskompetenz. Etwas, das unsere Vorfahren über die Zukunft und den Umgang mit der Zukunft schon lange wussten. In unserer modernen Gesellschaft ist das allerdings ein bisschen in Vergessenheit geraten.

 

Abtprimas des Benediktiner-Ordens

 

Aber wie komme ich zu diesem Gedanken? Ich habe vor ein paar Tagen einen Podcast mit einem sehr interessanten und sehr klugen Mann aufgenommen. Dem ehemaligen weltweiten Chef des Benediktiner-Ordens. Er war ein sogenannter Abtprimas. Inzwischen ist er nach einer Auszeit wieder in seinen Orden zurückgekehrt. Natürlich ist er nicht mehr der Abtprimas. Er ist 81 Jahre alt, hat viele Bücher geschrieben, viele Reden gehalten, ist auf viele Kongresse und in viele Unternehmen gegangen und hat sich mit Managern darüber unterhalten, was das moderne Management in der modernen Wirtschaft von der Kirche lernen kann.

 

Sein Name ist Notker Wolf. Ich habe ihn tatsächlich auf dem Indischen Ozean kennengelernt. Wir waren beide auf einem Kreuzfahrtschiff eingeladen und haben Vorträge gehalten. Er hat einen Vortrag über Werte und Ethik gehalten und ich einen Vortrag über die Zukunft der Technologie. Bei unseren Vorträgen haben wir dann festgestellt, dass wir uns eigentlich – obwohl wir aus so unterschiedlichen Welten kommen – wahnsinnig gut verstehen und ergänzen. Deshalb ist Notker einer meiner persönlichen Mentoren geworden.

 

Kurz gesagt: ich habe diesen Podcast mit ihm aufgenommen und an einer Stelle habe ich ihn gefragt, warum wir wohl so zaghaft sind im Umgang mit der Zukunft. Im jetzigen Wahlkampf zum Beispiel gibt es keine Partei, die dem Wähler ein wirkliches Zukunftsbild präsentieren kann. Woran liegt das, dass wir so langsam sind und so wenig Zukunft vor Augen haben?

 

Die Menschen haben Angst

 

Seine Antwort: die Menschen fühlen sich unsicher. Man kann die Dinge nicht so leicht prognostizieren, weswegen es zu Unsicherheiten kommt. Das ist aus seiner Sicht eine klare Erklärung. Ich habe mich aber gefragt: wenn behauptet wird, dass die Welt heute so unsicher sei, was haben dann wohl die Menschen gefühlt, die während des Dreißigjährigen Krieges gelebt haben? Da war jeder Tag anders als der vorherige. Es wurde geplündert, vergewaltigt und gemordet.

 

Ein anderes Beispiel ist das Zeitalter der Elektrifizierung. Es gab vorher keinen Strom und plötzlich kam es zu einer riesigen Veränderung, die natürlich auch mit Unsicherheiten einherging. Ich zweifle so ein bisschen daran, dass wir nun in einer Zeit leben, in der die Unsicherheit am größten sein soll.

 

Aber es ist logisch, dass es auch heutzutage viel Unsicherheit gibt. Und selbstverständlich ist das einer der Gründe, weswegen wir mit wenig Optimismus und Leichtigkeit in die Zukunft gehen. Und als Notker mir das sagte, wusste ich, dass Unsicherheit etwas mit Angst zu tun hat. Die Menschen haben Angst. Und Angst ist ein starker negativer Motivator.

 

Das Gegenteil von Angst ist wahrscheinlich Hoffnung. Ein geistiges Konstrukt aus dem Verstand. Angst hingegen ist sehr emotional. Sie schüttet Botenstoffe aus und macht etwas mit dem Körper, während die Hoffnung nur etwas mit dem Geist macht. Insofern ist die Angst ein stärkerer Treiber als die Hoffnung.

 

Verlernt zu vergeben

 

Ich habe Notker gefragt, warum wir Menschen wohl so viel Angst haben. Er antwortete: „Wir haben so viel Angst, weil wir verlernt haben, einander zu vergeben.“. Fehler machen ist etwas völlig Normales. Aber was passiert in unserer Welt? Was passiert in unserer Gesellschaft? Wir tolerieren es nicht, Fehler zu machen. Im Gegenteil, wir erziehen unsere Kinder so, dass sie möglichst keine Fehler machen.

 

Unsere Welt ist auf Fehlervermeidung getrimmt. Das beginnt in der Grundschule, geht weiter im Gymnasium und der Universität und irgendwann auch im Job. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der Fehler nicht erwünscht sind.

 

Ich sehe das komplett anders. Ich habe ja eine Methode entwickelt, mit der man seine bestmögliche Zukunft erreichen kann. Innerhalb von drei Schritten kann man sein Zukunftsumfeld – also seinen Möglichkeitenraum – erkennen, verschiedene Zukunftsbilder entwickeln und das beste Zukunftsbild erreichen. Wenn Du das willst, brauchst Du in Deinem Leben die Möglichkeit, Fehler zu machen. Außerdem brauchst Du eine Umgebung, die Dir Deine Fehler verzeiht. In religiösen Worten: eine Umgebung, die Dir Deine Fehler vergibt.

 

Und ehrlich gesagt: Vergebung klingt in unserer modernen Gesellschaft so ein bisschen althergebracht. Ich bin komplett ohne Religion aufgewachsen. Trotzdem finde ich, dass Vergebung oder das Entschuldigen eine vergessene Zukunftskompetenz ist. Und ich möchte Dir gern erklären, warum ich das so sehe. Zuerst muss ich aber vielleicht beschreiben, was ich mit Vergebung meine.

 

Die vergessene Zukunftskompetenz

 

Wenn ein Fehler passiert und Fehler passieren ständig, dann muss man sich heutzutage entschuldigen. Ein Fußballer, der seinen Gegenspieler umgerannt hat, entschuldigt sich am nächsten Tag auf Twitter oder Facebook. Journalisten entschuldigen sich, wenn sie einen zu heiklen Artikel verfasst haben usw. Jeder weiß, dass eine Entschuldigung fällig ist, wenn man einer anderen Person Schaden zugefügt hat.

 

Aber genau das ist falsch! Nicht das Entschuldigen ist falsch, aber die Vorstellung, dass man sich einfach entschuldigen kann. Man muss nämlich nach Entschuldigung bitten. Man hat eine Schuld auf sich geladen und kann nur darum bitten, dass einem diese Schuld wieder genommen wird. Und die Person gegenüber kann einem dann vergeben oder halt nicht.

 

Heutzutage denken alle, dass die sich lapidar entschuldigen können und dann ist das Problem aus der Welt geschafft. Das geht nicht. Du bittest jemanden um Entschuldigung. Wenn derjenige sie Dir verweigert, trägst Du weiterhin die Schuld. Das klingt althergebracht, aber das ist meine Sichtweise.

 

Trennung

 

Aber kann man auf Schulden eine Zukunft aufbauen? Ich finde das eher schwierig und möchte Dir ein Beispiel aus meinem Leben geben. Meine Eltern haben sich getrennt als ich 6 Jahre alt war. Vorher haben wir in Budapest gelebt. Mein Vater ist Ungar und meine Mutter ist Deutsche. Irgendwann wollten wir umziehen – zurück nach Deutschland. Alle Sachen waren gepackt und wir standen in Budapest am Bahnsteig.

 

Der Zug kam an und alle sind eingestiegen. Alle außer mein Vater. Er ist nicht mitgekommen und ich wusste nicht warum. Das macht etwas mit einem kleinen Jungen. Rückblickend muss ich sagen, dass meine Eltern da keine gute Performance abgeliefert haben.

 

Immerhin kam mein Vater uns ab und zu besuchen als wir wieder in Deutschland waren. Aber bei wichtigen Anlässen, wie meinem Schulanfang, habe ich den ganzen Tag auf ihn gewartet, ohne das etwas passiert ist. Und wenn er mal unangekündigt vorbeikam, hat meine Mutter uns Kinder zu den Großeltern gebracht, sodass wir unseren Vater nicht sehen konnten.

 

Ich will Dich gar nicht mit meiner Familiengeschichte nerven, aber auf meiner Familie liegt schon irgendwie eine bleierne, unausgesprochene Last. Auf jedem liegt eine Art Schuld, vor allem aber auf meiner Mutter und sie lag natürlich auch auf meinem Vater. Die geht auch nicht einfach weg. Man kann nur andere darum bitten, einem die Schuld zu nehmen.

 

Meine Bruder und ich waren über sehr lange Zeit beziehungsunfähig. Das ist auch der Grund, warum ich erst kurz vor meinem 40. Geburtstag zum ersten Mal Vater geworden bin. Ich habe ja als Kind gesehen, was mit einer Familie passieren kann. Wenn das die Konsequenz einer Beziehung ist, dass Sprachlosigkeit vorherrscht und jeder Schuldgefühle hat, die niemals angesprochen werden, dann wollte ich das nicht haben. Ich hatte keine Lust auf unausgesprochene bleierne Situationen. Aber genau diese Angst vor der Konsequenz ist der Fehler!

 

Diese Angst gibt es auch in der Politik. Und die gibt es auch in unserer Gesellschaft und die gibt es in der Schule und die gibt es in der Wirtschaft und die gibt es in Deinem Unternehmen. Und der Grund ist: wir haben nicht gelernt zu vergeben. Wir haben nicht gelernt, Fehler zuzulassen und so schnell wie möglich aufzulösen.

 

Wiedervereinigung

 

Warum habe ich heute, mit 48 Jahren, eine tolle Familie und drei Kinder? Es hat 30 Jahre gedauert, bis mir klar geworden ist, was ich eigentlich falsch mache. Diese bleierne Sprachlosigkeit in meiner Familie und diese bleierne Zukunftslosigkeit hat mich sehr mitgenommen. Aber irgendwann habe ich es geschafft. Kurz nach meinem 30. Geburtstag habe ich meine Großmutter genommen und zwei Tickets nach Budapest gebucht. Ohne, dass es jemand wusste, haben wir in Budapest meinen Vater getroffen. Und meine Großmutter hat etwas gemacht, was ich niemals erwartet hätte. Sie hat meinen Vater, den sie 25 Jahre nicht gesehen hatte, in den Arm genommen und ihm vergeben. Sie sagte, dass sie wisse, dass er ein guter Mensch sei und nur das Beste gewollt habe.

 

Und das änderte alles. Mein Vater kam nach Deutschland und redete wieder mit meiner Mutter. Und sie redete auch wieder mit ihm. Mein Vater kam zum Schulanfang meiner Tochter und meine Kinder hatten einen Großvater.

 

Was ich Dir damit sagen will: wir haben in dieser Welt in allen möglichen Bereichen exakt diese Situation. Wir haben Situationen, in denen wir einander wehgetan und Schuld auf uns geladen haben. Wir haben verlernt, uns zu vergeben. Wenn Schuld aber sehr lang aufgeladen wird, kann man keine Zukunft aufbauen. Dadurch, dass wir vergessen haben, wie man sich vergibt, verbauen wir uns unsere Zukunft.

 

Mir geht es aber weniger um Gesellschaft und Politik, sondern um Deine Zukunft! Mir geht es darum, Dich zu Deinem bestmöglichen Zukunfts-Ich zu führen. Ich gebe Dir Brief und Siegel, dass da draußen ein Zukunfts-Ich von Dir ist, indem Du Dich viel besser fühlst, glücklicher bist und vielleicht auch mehr Geld verdienst. Aber Du wirst diesen besseren Zustand nur dann erreichen können, wenn Du Dir den Weg frei machst. Wenn Du weißt, wie man vergibt. Und wenn Du das nicht nur theoretisch weißt, sondern wenn Du in Deinem Leben permanent versuchst, Probleme zu lösen und Menschen ihre Fehler zu vergeben.

 

Denke bis nächste Woche darüber nach, wem Du in Deinem Umfeld eigentlich vergeben müsstest, egal ob derjenige schon um Entschuldigung gebeten hat oder nicht. Wenn es jemanden gibt – das ist Deine zweite Aufgabe – dann vergib ihm. Dann ist das Ganze nicht mehr so theoretisch in Deinem Kopf, sondern Du hast es bereits praktisch umgesetzt. Und die dritte Sache: vergiss nicht, Menschen um Entschuldigung zu bitten! Entschuldige Dich nicht einfach lapidar, sondern bitte um Entschuldigung. Sonst wirst Du den Ballast nicht los.

 

Die größte Freude daran, wenn jemand sagt „Ich bitte Dich um Entschuldigung“, ist es zu sagen: „Entschuldigung angenommen.“. Das ist die Basis für Zukunft. Ich wünsche Dir eine wunderbare Zukunft. Bis nächste Woche!

 

Datum der Veröffentlichung 08.09.2021 #ZukunftdesTages

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